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Sozialimmobilien
– Alles Wissenswerte

Sozialimmobilien
Was ist eine Sozialimmobilie?

In Deutschland gibt es bisher keine Legaldefinition für die Begriffe Sozial- und Gesundheitsimmobilie. Ausgehend von der Feststellung, dass es sich bei der Bundesrepublik Deutschland um einen Sozialstaat mit einem System der sozialen Sicherung für seine Bürger handelt, dienen die Sozialimmobilien mit ihren jeweiligem Nutzungszweck diesem System der sozialen Sicherung, dabei handelt es sich um

  • die Gesundheitsvorsorge
  • die Kinder- und Jugendhilfe
  • die Teilhabe für Menschen mit Behinderung
  • die Pflegeversicherung und
  • die Sozialhilfe

In allen Bereichen werden Immobilien für diese Zwecke benötigt. Die Freien Wohlfahrtsverbände sind subsidiär neben dem Staat Träger dieser sozialen Sicherung.

Die Sozialgesetzbücher (SGB) liefern die rechtliche Grundlage für den Betrieb der Sozialimmobilie und ihrer Refinanzierung. Entsprechend des von uns entwickelten, folgenden Schaubildes bilden die Gesundheitsimmobilien (Gesundheitsvorsorge) eine Untergruppe der Sozialimmobilien.

Ebenfalls stellt das Schaubild die verschiedenen Ausprägungen von Sozialimmobilien sehr prägnant dar.

Sozialimmobilien

Gesundheitsversorgung

Grundlage: SGB V – Gesetzliche Krankenversicherung

  • Akutkrankenhäuser (Stationär)
  • Tageskliniken (teilstationär)
  • Rehabilitationskliniken (stationär)
  • Ambulante Einrichtungen zur Rehabilitation (teilstationär)
  • Adaptionswohnen (temporäres Wohnen mit Betreuung nach Erkrankung)
  • Hospize (stationär)
  • Rettungswachen

Teilhabe für Menschen mit Behinderung

Grundlage: SGB IX – Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen

  • Wohnheime/Besondere Wohnformen für Menschen mit Behinderung
  • Ambulant betreute Wohnformen für Menschen mit Behinderung
  • Werkstätten/Tagesförderstätten für Menschen mit Behinderung

Kinder- und Jugendhilfe

Grundlage: SGB VIII – Kinder und Jugendhilfe

  • Wohnheime für Kinder und Jugendliche
  • Ambulant betreute Wohnformen für Kinder und Jugendliche
  • Kindertagesstätten
  • Schulen und Horte
  • Berufsbildende Schulen
  • Hochschulen

 

Pflegeversicherung

Grundlage: SGB XI – Soziale Pflegeversicherung

  • Pflegeheime für Senioren/junge Pflegebedürftige
  • Tagespflege für Senioren/junge Pflegebedürftige
  • Ambulant betreute Wohngemeinschaften (AbWG)
  • Betreutes Wohnen (Begriff ist nicht geschützt, es gibt einen fließenden Übergang zum seniorengerechten Wohnen)
  • Seniorenresidenz (Mischung aus stationärer Pflege und betreutem Wohnen)

Sozialhilfe

Grundlage: SGB XII – Sozialhilfe

  • Obdachlosenwohnheim
  • Frauenhäuser
  • Flüchtlingsunterkunft
  • Weitere speziell beschützende Wohnformen

Sozialimmobilien auf dem Immobilienmarkt
aus dem Blickwinkel der Investoren

Auf dem Investmentimmobilienmarkt in Deutschland hat sich abweichend die internationale Bezeichnung „Health Care“, übersetzt „Gesundheitsimmobilien“ als Begrifflichkeit für Sozialimmobilien durchgesetzt. Das Interesse von Investoren an langfristig vermieteten Sozialimmobilien ist vorhanden und hat in den letzten 10 Jahren stark zugenommen. Bedingt durch erschwerte Rahmenbedingungen (gestiegene Zinsen, Baupreise, Energiekosten) ist der Umsatz am Immobilienmarkt 2025 weiterhin verhalten geblieben. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben von CBRE „Gesundheitsimmobilien“ mit einem Gesamtumsatz von rd. 1,2 Mrd. Euro erworben.

Zum Vergleich lag die Summe des Investmentmarktes für Gewerbeimmobilien bei insg. rd. 23 Mrd. Euro im Jahr 2025 (-30% gegenüber 2024), damit haben „Gesundheitsimmobilien“ bzw. Sozialimmobilien einen Anteil von rd. 5,2 %.

Einen Überblick über den Immobilienmarkt „Gesundheitsimmobilien“ im Jahr 2025 als Investment liefert die nachfolgende Tabelle:

Pflegeheime

Umsatz von rd. 630 Mio. €

rd. 52% Anteil am Gesamtumsatz

Betreutes Wohnen

Umsatz von rd. 212 Mio. €

rd. 17,5% Anteil am Gesamtumsatz

Ärztehäuser

Umsatz von rd. 200 Mio. €

rd. 16,5% Anteil am Gesamtumsatz

Akutkrankenhäuser/
Reha-Kliniken

Umsatz von rd. 170 Mio. €

rd. 14% Anteil am Gesamtumsatz

Summe

Umsatz von rd. 1.212 Mio.

100% Anteil am Gesamtumsatz

Quelle: CBRE, Deutschland Gesundheitsimmobilieninvestmentmarkt | Q4 2025

Die Bedeutung von Sozialimmobilien in Deutschland
und die aktuellen Rahmenbedingungen

Es gibt eine Vielzahl von Sozialimmobilien in Deutschland, es gibt aber keine Gesamterfassung aller Sozialimmobilien. Bundesstatistiken weisen darauf hin, dass es z.B. mindestens

  • 60.000 Kindertageseinrichtungen
  • 16.500 Pflegeheime
  • 6.000 Privatschulen
  • 1.900 Akutkrankenhäuser und
  • 1.100 Rehabilitationskliniken

in Deutschland gibt.

Der Bedarf an Sozialimmobilien ist vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung mit steigenden Fallzahlen von Demenzerkrankten und einer häufig anzutreffenden nicht barrierefreien Wohnungsausstattung für den Bereich der Pflegeversicherung steigend.

Der Bedarf an Kindertagesstätten, speziell für unter 3-Jährige, im Bereich Kinder- und Jugendhilfe ist noch nicht gedeckt.

Der Bedarf an Ganztagesplätzen für Erstklässler in Grundschulen ist noch nicht gedeckt (Rechtsanspruch ab Schuljahr 2026/2027). Der Bereich der Teilhabe für Menschen mit Behinderung steht durch das Bundesteilhabegesetz gerade vor einem Richtungswandel, der auch die Immobilien betrifft.

Es besteht ein hoher Investitionsstau im Bereich der Akutkrankenhäuser, der Bundestag und der Bundesrat haben in 2024 eine große Krankenhausreform beschlossen und in Folge dieser Reform wird es zu einer Neuausrichtung der Krankenhauslandschaft kommen.

Der Bedarf an Sozialimmobilien und die Nachfrage der Nutzer richten sich abweichend von den meisten anderen Immobilien nicht nach der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Eine ausreichende Ausstattung mit modernen und zeitgemäßen Sozialimmobilien ist zwingende Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Sozialstaates in Deutschland.

Standorte der kooperierenden Sachverständigen von SOZIALWERT

HypZert-Immobiliengutachter

SOZIALWERT  Sachverständigenbüro
Holzapfel-Hoss

Thomas Holzapfel-Hoss
Oscar-Gans-Straße 14
41540 Dormagen
Tel: 021 33 / 53 73 05
Mobil: 01 51 / 12 58 54 04
Mail: holzapfel-hoss@sozial-wert.de
Web: www.sozial-wert.de



HypZert-Immobiliengutachter

JÜLICH
Immobilienbewertung

Christian Jülich
Broichstraße 43

52391 Vettweiß
Tel: 0 24 24 / 20 20 95
Mobil: 01 71 / 198 63 70
Mail: juelich@sozial-wert.de
Web: www.sozial-wert.de

HypZert-Immobiliengutachter

Dipl.-Ing. Wolfgang Berger Immobilienbewertung & Consulting

Dipl. Ing. Wolfgang Berger
Elsterberg 6
51491 Overath
Tel: 0 22 06 / 86 99 32
Mobil: 01 70 / 90 28 938
Mail: berger@sozial-wert.de
Web: www.sozial-wert.de

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